Seit einigen Jahren sieht man in Frankreich immer mehr Lastwagen, die zu mobilen Friseursalons umfunktioniert werden. Dieses Phänomen reiht sich ein in die Beliebtheit von Food Trucks, mobilen Cafés und mobilen Concept Stores. Ein Trend, der sich in der klassischen Friseurbranche bereits fest etabliert hat. Doch im Bereich der Afrohaarpflege ist dieser Trend noch viel seltener, ja nahezu inexistent.
Ein bereits etablierter Trend im klassischen Friseurhandwerk
Mobile Friseursalons sind keine Seltenheit mehr. Mehrere Marken haben das umgebaute Fahrzeug zu ihrem Markenzeichen gemacht: Hair Coiffure Mobile, La Coupe Mobile, Le Camion Coiffure, ganz zu schweigen von den unabhängigen Friseuren, die in einen Lieferwagen investieren, um ihre Kunden dort abzuholen, wo sie sind.
Das Konzept überzeugt aus guten Gründen. Zeitersparnis für Kunden, professionelle Ausstattung an Bord, Möglichkeit, schlecht versorgte ländliche Gebiete abzudecken, Präsenz bei Veranstaltungen und in Unternehmen. Ob in der Stadt oder auf dem Land, das Format findet sein Publikum.
Warum die Afro-Nische noch erfunden werden muss
Im Bereich der Afro-Frisuren sieht das Bild ganz anders aus. Der mobile Salon, der auf krauses, lockiges und gewelltes Haar spezialisiert ist, bleibt eine Seltenheit. Bislang ist Afro Hair Truck (erreichbar auf Instagram @afrohairtruck und per WhatsApp) die sichtbarste Referenz im Internet in Frankreich, in Vitry-sur-Seine. Eine nahezu isolierte Initiative, obwohl die Nachfrage besteht.
Und die Nachfrage ist real. Kundinnen mit texturiertem Haar wissen, wie schwierig es sein kann, eine spezialisierte Friseurin in ihrer Nähe zu finden. Das Flechten von Zöpfen dauert mehrere Stunden. Die Produkte sind spezifisch. Das Know-how ist nicht improvisierbar. Ein Fahrzeug, das für diese Dienstleistungen konzipiert ist und sich dorthin bewegt, wo die Kundinnen leben, würde einem echten Bedarf entsprechen.
Eine Chance für selbstständige Afro-Friseurinnen
Für selbstständige Afro-Friseurinnen, die über ihren nächsten Schritt nachdenken, verdient das mobile Format ernsthafte Beachtung. Food Trucks haben bewiesen, dass ein gut identifiziertes Fahrzeug zu einer echten Marke werden kann. AfroHairTruck zeigt, dass dies auch im Afro-Friseurhandwerk möglich ist.
Die Investition bleibt beträchtlich (ein umgebautes Fahrzeug kostet je nach Ausstattung zwischen 15.000 € und 60.000 €), aber die Eintrittsbarrieren sind überwindbar. Status als Kleinunternehmer, Parkgenehmigung, angepasste Berufshaftpflichtversicherung. Viele Friseurinnen beginnen damit, ihren Kundenstamm zu Hause aufzubauen und investieren dann in ein Fahrzeug, sobald ihre Basis solide ist.
Ein Format, das in den kommenden Jahren zu beobachten ist
Wenn der allgemeine Trend der mobilen Salons anhält, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Afro-Frisuren folgen werden. Der Markt für texturiertes Haar wächst rasant, die Nachfrage nach Nähe explodiert, und neue Generationen von Friseurinnen suchen nach freieren Modellen als dem traditionellen Salon.
Vielleicht könnten Afro-Trucks in einigen Jahren in der französischen Landschaft so vertraut werden, wie es Food Trucks heute sind.